Beim Quartiersspaziergang der SPD Niederrad durch das Lyoner Quartier stand die Entwicklung des ehemaligen Bürostandorts hin zu einem lebendigen Wohnquartier im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Planungsdezernent Prof. Dr. Marcus Gwechenberger wurde über Fortschritte, Herausforderungen und die nächsten notwendigen Schritte gesprochen.
Das Lyoner Quartier ist entstanden, um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Wo früher bis zu 300.000 Quadratmeter Büroflächen leer standen, sind in den vergangenen zehn Jahren rund 8.000 Wohnungen entstanden. Dieser Wandel war notwendig und er ist grundsätzlich gelungen. Gleichzeitig wurde deutlich: Ein lebendiges Quartier besteht aus mehr als Wohnungen allein.
Besonders betont wurde der Mangel an sogenannten „dritten Orten“, also Treffpunkten wie Nachbarschaftshäusern, Versammlungsräumen oder kulturellen Angeboten. Solche Orte sind entscheidend für Zusammenhalt und Identifikation im Stadtteil. Hoffnung setzt die SPD hier unter anderem auf den Büro-Campus PRISMA, der künftig öffentlich nutzbare Flächen mit Gastronomie und Veranstaltungsräumen bieten soll. Mit der Tiny Church, die seit Ende 2024 besteht, gibt es bereits einen ersten wichtigen Gemeinschaftsort im Quartier.
Ein weiteres zentrales Thema war die soziale Durchmischung. Die Mieten im Lyoner Quartier liegen auf dem freien Markt häufig zwischen 18 und 20 Euro pro Quadratmeter – für viele Familien kaum bezahlbar. Umso wichtiger sind Projekte mit gefördertem Wohnraum. Positiv hervorgehoben wurde das Projekt Stadtwaldblick mit 203 Wohnungen, von denen 30 Prozent öffentlich gefördert sind. Auch auf dem Areal Herriotstraße/Lyoner Straße entstehen weitere Wohnungen, davon 280 gefördert – ein wichtiger Beitrag zu mehr bezahlbarem Wohnen im Quartier.
Für Familien ist zudem klar: Ohne Grundschule entsteht kein dauerhaftes Heimatgefühl. Die Ankündigung, im Sommer mit dem Bau einer Grundschule im Lyoner Quartier zu beginnen, ist deshalb ein entscheidender Schritt für die weitere Entwicklung.
Die SPD Niederrad begrüßt die Fortschritte im Lyoner Quartier ausdrücklich, macht aber auch deutlich: Der Umbau von der Bürostadt zum Wohnquartier ist noch nicht abgeschlossen. Neben Wohnungsbau braucht es soziale Infrastruktur, Begegnungsorte und bezahlbare Mieten. Nur so kann aus dem Lyoner Quartier ein Stadtteil werden, in dem Menschen nicht nur wohnen, sondern auch bleiben und sich zuhause fühlen.
Die FNP berichtete am 02.02.2026 über das Thema.
